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Archive for the ‘Zauberhafte Lieseleien’ Category

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Man kommt sich ja ein bisschen heiligenscheinpolierend intellektuell vor, wenn man Böll zitiert* oder auch nur erwähnt. Wenn man sonst ganz entspannt leichte Schmöker mit Happy End bevorzugt und schon mal mit „Gregs Tagebuch“ liebäugelt. Aber „Ansichten eines Clowns“ von Böll war schon immer ein Lieblingsbuch von mir. Schon mit siebzehn und mit türkisgefärbten Haaren war dieses Buch unter den Top Five meiner Lieblingsbücher. Ich kam darauf, weil ich gerade die Beschreibung des endlosen Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spielens im Hinterkopf hatte. Clown und Freundin liegen bäuchlings auf Hotelbetten und spielen, und dabei das Klicken der Puppen auf dem Spielbrett, das Würfeln und Setzen, die meditative Endlosigkeit. Unplugged. – Ich hab die Stelle gerade im Buch gefunden: *„Ich habe ein ähnliches Gefühl der großartigen Leere manchmal beim Mensch-ärger-dich-nicht-Spielen, wenn es über drei, vier Stunden dauert; allein die Geräusche, das Klappern der Würfel, das Tappen der Puppen, das Klick, wenn man eine Puppe schlägt.“
Im Winter spielt sich’s leichter. Wir spielen rummikub. Endlos. Das Klicken der Spielsteine, das Rätseln um Spielzüge. Es geht um Nichts. (Auch das, das Nichts, so wunderbar im „Clown„.)

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Und weil manchmal nichts mehr zu tun bleibt, als die Welt ein bisschen bunter zu machen, gibt es für unsere Spielsteine einen maßgeschneiderten Hexiebeutel (aus: „Zauberhafte Lieseleien„). Das Format ist angepasst an die Menge des Inhalts, genäht aus den größeren 1 1/4“ Sechsecken. Nicht wie im Buch 7 x 3, sondern 8 x 3 Sechsecken. Dadurch wird der Beutel etwas breiter. Die Grundanleitung bleibt dieselbe, man muss nur vor dem Zuschneiden des Innenbeutels einmal messen, wie breit die Sechseckborte ist und das Rechteck für den Innenbeutel entsprechend verbreitern. Der Boden ist ebenfalls entsprechend angepasst an die Breite von acht Sechsecken und aus acht Teilen (Drachen) zusammengesetzt.

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Es wühlt sich so wunderbar in dem Beutel mit Spielsteinen. Es fühlt sich an, es hört sich an, es ist friedlich und echt und es geht so schön um Nichts.

 

Manchmal spielen wir auch Backgammon. Die handtaschenfreundliche Reisevariante steckt nach wie vor in einer abgewetzten Pappschachtel. Nee, da gibts keinen Beutel für. Da denke ich bloß prompt immer an eine Spielbrettvariante aus Stoff, die ich schon lange nähen möchte, mit Nachtblau und Sternen und Funkeln und Tierkreiszeichen, und dann träume ich mich so davon und meine Spielsteine fliegen raus und ich denke „Jetzt alles, aber keine 2 und 5 würfeln“ und dann würfel ich 2 und 5 und das Universum lacht und sagt, du weißt doch, dass ich keine Verneinungen kenne!

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Vorweg kurz das Kleingedruckte: Bei der Anleitung zum Wandelstern, zu finden im Buch Zauberhafte Lieseleien, hat sich ein (zum Glück relativ harmloser) Fehlerkobold eingeschlichen: Der Stern wird aus der im Buch „Drache D2“ genannten Schablone genäht, wie vorne in der Übersicht richtig angegeben ist. Weiter hinten im Text heißt es dann D1 (der Kobold kichert), aber man braucht wirklich nur 20 x die Form D2. So. Das war das. Ich weiß, Ihr seid sowieso findig und kriegt das hin.

twinkle3 Unser Wandelstern schwebt unter einem Dachfenster und dreht seine Runden. Ist er einmal nicht an seinem Platz (er wandelt wohl wirklich gerne dann und wann ein wenig herum, der Stern), fehlt mir sein Funkeln und sanftes Drehen richtig. Momentan ist er aber glücklicherweise da.

twinkle2Auf diesem Entstehungsfoto ist eine Kuriosität, und ich könnte euch jetzt danach suchen und raten lassen. Aber wahrscheinlich wird dann zu Recht alles mögliche genannt, dabei wollte ich doch nur auf eine einzige Sache hinaus:

Die Perlenfädelnadel! Das hab ich mir so schön gedacht, wie ich den Faden einfädeln, doppeln, unten verknoten und nach und nach die Perlen aufnehmen kann. Klappte super, bis rauf zur obersten Perle. Und dann stand ich da, mit einem wunderschön gefädelten Schnürchen und einer bis in alle Ewigkeit eingefädelten Nadel am oberen Ende (es sei denn, man kann diese eine Nadel entbehren und hat einen findigen Mann mit kräftiger Zange zur Seite…)

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Der Stern ist erfreulich zu nähen, zu schmücken und anzusehen. Ich mag es, wenn die Einzelteile jeder Seite unterschiedlich sind, und die ganzen Seiten im Farbkontrast zueinander stehen.

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Dieser Stern kam kürzlich hinzu. Sein Kontrast ist Orange und Lila.

wandelstern4  wandelstern2Beim Perlenfädeln gibt es übrigens einen Trick, wenn man nicht jedesmal eine gute Nadel zerknacken möchte: Das Perlgarn wird wie gehabt gedoppelt, aber am oberen Ende ergänzt man einen Hilfsfaden, z.B. Quiltgarn. Den Hilfsfaden legt man oben in die „Schlaufe“ des Perlgarns, so dass die beiden Fäden wie Kettenglieder ineinander liegen. Die beiden Enden des Quiltgarns fädelt man zusammen in eine Nadel, nimmt damit die Perlen auf, lässt diese über den Hilfsfaden auf das gedoppelte Perlgarn rutschen – und alles ist gut!

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Dieser Stern funkelt jetzt bei einer lieben Freundin.
Möge er Glück und bunte Sonnenstrahlen bringen.

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