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Obstschale…

… und wie sowas zu sowas wird.

Im Frühjahr bekam ich ein sehr inspirierendes Filati-Home-Magazin geschenkt und hätte am liebsten jedes zweite der Projekte nachgestrickt oder gehäkelt. Unter anderem waren in der Ausgabe (Nr. 54) gefilzte Schalen. Wow, dachte ich, ich brauche noch ein Mitbringsel, da bringsel ich doch eine gefilzte Schale mit. Im Wollgeschäft wurde mir klar, dass 600 g Filzwolle doch eher den Wert eines Geschenks zum runden Geburtstags hätten und verwarf den Plan, leicht geknickt. Eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe, kaufte ich natürlich trotzdem ein paar wenige Knäul limonengrünes Filzgarn, wer weiß, wofürs gut ist.

Zuhause fand ich Reste weißen Garns und eine Idee: Ich häkel in meine (ja, die wollte ich dann doch selber haben…) Obstschale einen weißen Stern, dann Runde um Runde Limone. Mit dem Stern sieht es gleich nochmal besser aus als einfarbig, und ich spare grünes Garn. Und wenn ich einen Glasteller in meine Filzschale packe, dann könnte ich sogar Kuchenstücke oder reifes Obst reinlegen.

Der Plan ging auf, der weiße Stern saß hübsch in der Mitte und wurde limonengrün umrundet, bis mir das Garn ausging. Aber ich hatte ja den Zettel vom Knäul und könnte noch einzwei Knäule nachkaufen. Dachte ich. Vor dem  Wollgeschäft stand ich ratlos zwischen Umzugskartons, Bergen von 70er-Jahre-Angebots-Wolle und der Information, dass man umziehe, man leider die Filzwolle schon eingepackt hätte und sich freuen würde, wenn ich in drei Wochen mal im neuen Geschäft vorbeischaue, und wenn ich Glück hätte, wäre dann sogar wieder Filzwolle in Limone da.

Seit dem Frühjahr ruhte also meine ungefilzte kleine sackförmige Schale, wir schmollten beide ein wenig. Irgendwann im Sommer kaufte ich sogar mal halbherzig im Schlussverkauf grüne Filzwolle, von der ich insgeheim wusste, na, so richtig passt die doch nicht (aber wer weiß, wofürs gut ist, und eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe…)

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[Das Maßband zeigt Inchmaße]

Vor zwei Tagen nun schlappte mir unter meinem Arbeitstisch von einem Strickkorb hängend mein beuteliges limonenfarbenes Häkelzeug entgegen, und da hatte ich die Faxen dicke. Wozu ein höherer Rand!? Ja, er sollte so schön hoch und doppelt umgeschlagen werden, aber herrje. Innerhalb von zweieinhalb Sekunden hatte ich das Ding in der Waschmaschine. In der obersten Häkelreihe klaffte eine Lücke, da, wo das Garn ausging, aber das war mir ja so egal. Waschmittel dazu, eine Runde bei 40°, och nöö, das reicht nicht, sah aus wie ein schlappes Ufo, also noch ein Schaumbadründchen bei 60° hinterhergeschoben. Raus aus der Waschtrommel, jubeln, in Form ziehen, trocknen lassen.

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Und ist sie nicht schön geworden, meine spontan gefilzte Obstschale?!

Leider muss sie leer bleiben, sonst sieht man den Stern nicht.

Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Katze dieses perfekte und leere Körbchen entdeckt…

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Squares

Zur Zeit klappt es ganz gut, dass ich Projekte abschließe oder umarbeite, die ich bis dahin liebevoll in 1000 Ecken und Winkeln verstaut hatte. Aber: Ein Hoch auf Klarheit um mich herum! Dazu passen aber nicht all die gesammelten, gestapelten, gehorteten Schätze und Halbfertigkeiten. Also versuche ich, klar Schiff zu machen. Besser, etwas wird genutzt und geliebt, als für ein dubioses „irgendwann“ verstaut.
At the moment I am luckily able to complete or recycle projects, projects that are stored fondly and neatly in boxes and corners so far. But looking for clearness around me, all that hoarded treasures have to walk on. Have to be finished and worshiped or to go, one by one. Better, things are used and loved than hoarded for some shady „sometime“, right?

Dies war zum Beispiel Garn für so ein wundervolles Vorhaben, das dann seit letztem Jahr im Körbchen schlummerte:
This, for instance, is yarn intended for a wonderful purpose, but it was sleeping in a cozy basket since last year: 

Eine rechts-rechts-gestrickte, schnuckelige Schmusejacke zum Überwerfen, ob im Sommer oder Winter, sollte es werden; etwas fürs Wohlgefühl. Aber für einen kleinen Moment hatte ich ganz vergessen, dass ich Kleidung nur nach Anleitung oder ausführlichststster Planung stricken sollte. Wegen der Passform und so. Virtuosität hin oder her; wenn Kleidung hier kneift und da beutelt, war der ganze Zauber umsonst.

Das musste ich dann leider auf halber Strecke zugeben. Und so schlummerte das seidige Traumgarn im Korb und harrte der Ideen, die da kommen könnten. Zwischendurch flog noch spontan das Läppchen von der Maschenprobe als Filzexperiment in die 60-Grad-Wäsche. Ich bin ganz überrascht und begeistert, wie hübsch die Wolle filzt! Das wäre also noch eine Möglichkeit, die beiden schon (falsch) gestrickten Teile weiterzuverwenden.

A wonderful cozy fabulous beautiful soft cardigan was it supposed to be. Knitted in garter stich, made to snuggle with, summer or winter. But for one second I forgot that I should not knit garment without pattern or very very very accurate planning. I remembered while knitting the second piece. And this is why this dream of a yarn was snoozing in a basket for a couple of months.
Some time ago I added spontanously the small piece for testing the gauge to a 60°C-laundry. Ooooh! It is felting beautifully! Here could be a possibility to recycle the wrongly knitted pieces!

Mit dem Rest der Traumwolle habe ich aber etwas anderes vor. Ich probierte mich durch alle Häkelnadeln der Stärke 3,0 bis 4,5 mm bis ich die für mich und mein Vorhaben richtige gefunden hatte (4,5). Das häkel ich jetzt einfach mal so für den Genuss, Läppchen für Läppchen . . . wundervoll . . . Ein Projekt zum Weitermachen, bis es fertig ist.
But the plan was to recycle the silky shiny wonderful yarn. I tried crochet hooks from 3.0 to 4.5 mm until I found the one that fitted for me and my purpose (4.5 mm). So now it is crochet pleasure. Silky piece after silky piece . . . wonderful . . . A project to go on with and complete.

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