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Posts Tagged ‘Schal’

Woran erkennt man, dass ein Projekt das perfekte Handtaschenprojekt ist?

fan1Jepp. Wenn die Anleitung irgendwann so aussieht. Und woran erkennt man, dass man schon viel zu lange an einem Projekt gearbeitet hat? Genau. Eben daran…

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Der Fanshawl ist so genial, weil man immer nur eine kleine Partie von maximal 50 Maschen strickt, die man dann mit Muster und Abnahmen zu einem Fan, einem „Fächer“, verstrickt, bis nur noch eine Masche auf der Nadel ist. Dann nimmt man wieder 50 neue Maschen auf, teilweise aus den schon gestrickten Kanten, und das ganze geht von vorne los. Wirklich schön für unterwegs, weil es trotz des wachsenden Tuches eben doch immer ein kleines Strickzeug bleibt.

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fan5Garn: Noroyarn, Taiyo Lace [perfekt in Lila, Grün, Orange…]

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Der Farbverlauf unterstreicht hier die Fächerform. Passenderweise (und zufällig) ist der Verlauf meistens lang genug für einen Fächer, und selbst wenn eine Farbschattierung über mehrere Fächer läuft, kommen die Partien an anderen Kanten wieder klarer zur Geltung, weil aus anderen, schon gestrickten Fächern, die Maschen wieder aufgenommen werden. Den Effekt könnte man noch unterstreichen, indem man für jeden Fächer ein neues Garn nimmt – also auch prima für kleine Reste. Wahrscheinlich wäre auch ein „Patchwork“ aus ganz unterschiedlichen Garnen, Stärken und Effekten denkbar… ein Ideenfaden zum Aufnehmen.

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Nachdem der Fan Shawl also weitgereist ist und in unterschiedlichsten Taschen als Unterwegsprojekt gehaust hatte, begleitet er mich jetzt wieder, luftig leicht und klein in der Handtasche für schön und nützlich.

Übrigens war ich nach schätzungsweise zwei Jahren des Fächer-Strickens
tatsächlich schon auf Seite 2 der Anleitung. Der Rand! Das Finale!
Und hätte sich nicht ein paar Meter vorm Ziel das Garn total verfitzt,
wäre ich doch wirklich eine halbe Stunde früher fertig gewesen.

♥♥♥

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Frohes Neues Jahr allerseits!

Mein erstes fertiges Objekt 2015 ist ein winterwarmer Schal.

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Gestrickt mit 4,5er Nadeln nach einem Muster aus dem Buch „Knits Men Want“ mit Atelier Zitrons „luv & lee“, einem kuschligen Dochtgarn. Der Name deutet an, dass dieses Merinogarn hochseetauglich ist – Luv und Lee, klar. Als ich jedoch erstmals die Banderole sah und mich die Worte luv lee ansprangen, dachte ich sofort ans lautmalerische lovely – und das ist das Garn wirklich.

Der Schal ist ca. 125 cm lang, dann war das Garn alle (und viel länger sollte er auch gar nicht).

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Das schöne an diesen Zöpfen ist, dass sie in einem Rippenmuster „eine links, eine rechts“ untergebracht sind. Deshalb sehen sie von beiden Seiten gut aus. Irgendwann geht das Muster flott von der Hand, auch wenn man schon genau aufpassen muss, wann man welche Maschen, wieviele und wohin verzopft.

reverse3… oder was man aus einem völlig unscharfen Bild mittels Drücken
diverser Bildbearbeitungseffektknöpfe machen kann.

Zöpfe stricken ohne Zopfnadel geht eigentlich ganz einfach, man nimmt die Zopfmaschen kurz beiseite (Anleitung findet man im www) und schiebt flugs die Stricknadel wieder durch die offenen Maschen, die artig wie die Erbsen in der Schote in einer Reihe hintereinander liegen. Bei diesem Rippenmuster nimmt man die Zopfmaschen leider nicht mal kurz beiseite – durch den rechts-links-Wechsel streben sie nämlich abwechselnd lustig nach vorne und nach hinten, von wegen artige Erbsen, und das Einfangen ist mehr Aufwand, als sich eben eine Zopfnadel parat zu legen und zu benutzen.

Hätte ich einen Neujahrsvorsatz, dann wäre das: Mehr bloggen.
Happy New Year!

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Und dann war da noch …

… der Perlmusterschal!

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Er hat mich kuschelig warm durch den Winter gebracht. Das Musterrezept ist denkbar einfach:

gewünschte Maschenzahl aufnehmen
Perlmuster stricken (rechts – links – rechts – links – …. und in der nächsten Reihe linke und rechte Maschen versetzt, wie die schwarzen und weißen Felder auf einem Schachbrett)
stricken, bis das Knäul leer ist, dann die nächste Farbe beginnen (oder Streifen oder Felder mit konstanter Reihenzahl stricken)

Strickbar sehr nett überall, jederzeit und zu allen Gelegenheiten.

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Mein Perlmusterschal besteht aus vier Strängen Malabrigo Sock Garn.
128 Maschen in der Breite
202 Reihen pro Farbfeld
(völlig irre 103.424 Maschen insgesamt, aber das will besser keiner wissen)

Abketteln und feddisch.

Im Gebrauch längt sich dieser Schal. Eigentlich hatte ich mir ein breiteres Schaltuch erhofft. Trotzdem passt er für alle Lebenslagen. Wenn es kalt ist, kann man ihn mehrmals um den Hals schlingen. Bei Nieselregen hilft eine Lage Perlmusterschal hinten wie eine Kapuze hochgezogen, die perfekte Frisur in Form und trocken zu halten. Auf dem Sofa kann man ihn locker über den Schultern ausbreiten, für eine zusätzliche leichte wohlige Wärmeschicht. Auf Reisen kann er als geschmeidiges Tuch Rumpf und Knie wärmen wie eine handliche Decke. Passt in jede Tasche, jeden Korb.

Sehr empfehlenswert!

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Es blieben kleine Garnreste übrig. Es blieben über die Jahre schon einige kleinere und größere Garnreste übrig. Und die wurden jetzt auch noch in einem wolligen Strickrausch verstrickt – hier ein kleiner Einblick ins Körbchen…

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Nessie, kuschelig und handzahm

Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness, begegnete mir schon ganz früh als Zeichnung in einem Kinderbuch. Der riesige Kopf über der Wasserfläche, und eigentlich ganz nett für ein Ungeheuer. Es könnte in einer frühen Ausgabe von „Robbie, Tobbie und das Fliewatüüt“ gewesen sein – mit charmanten Schwarzweißzeichnungen.
Neulich begegnete mir jedenfalls ein wunderschöner Strickschal namens Nessie, dessen Designerin bei all den Bobbeln und Ringeln des Schals, oder warum auch immer, an eben jedes legendäre Ungeheuer denken musste. (Diese (ravelry-Link) reich verzierte Nessie durfte ich in echt sehen – traumhaft!!! Da war mir klar, ich würde sie auch einmal stricken!)

nessie1Rowan Kuschelgarn, Cashsoft 4 ply

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nessie2sieht sogar auf dem ollen Handtuch, zum In-Form-Trocknen, gut aus

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Es gibt ja nichts besseres, als einen brillanten Grund für ein neues Projekt zu haben, obwohl die anderen Stricksachen noch nicht abgekettelt sind. Und deshalb entstand diese kleine Kuschelnessie als Geschenk für meine liebe Freundin nebenan. Das Strickmuster ist einfach umzusetzen und lässt reichlich Raum für eigene Variationen in Größe, Garnstärke, Verzierungen,Spielereien… Sehr empfehlenswert!

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Der kurvige Schal schmiegt sich wunderbar um den Nacken.
Ungeheuer kuschelig!

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Maschenprobe

Auf einzwei kleinen Umwegen bekam ich überraschend Gelegenheit, mir Malabrigo Garn zu kaufen, feines Merino made in Peru. Obwohl ich eigentlich die dickere „worsted“ Qualität für einen Winterkuschelschal wollte (und nicht fand),  konnte ich nicht umhin, mir stattdessen Malabrigo Sock Garn mitzunehmen. (Wie könnte man ein Wollgeschäft auch ohne Einkaufstüte verlassen?) In letzter Zeit begegnet mir außerdem immer wieder das Perlmuster, oder Seed Stitch, bei dem abwechselnd eine rechte und eine linke Masche gestrickt werden, und in der nächsten Reihe wieder eine rechte und eine linke, aber versetzt, so wie die Felder eines Schachbretts. Und so saß ich am Wochenende spontan mit Nadelstärke 2,75 statt 5,0 und mit Sockenwolle statt dickem Garn da und strickte Perlmuster, dass es nur so eine Freude war.

Um die Maschenprobe hab ich mich gedrückt brauchte ich mir ja keine Gedanken machen, weil es bei einem Schaltuch auf ein paar Zentimeter mehr oder weniger nicht ankommt. Geplant sind vier Quadrate von ca. 60 x 60 cm in vier Farben hintereinander weg. Da schien es so passend, 128 Maschen anzuschlagen. 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2 sind 128, das ist perfekt für 4 (2 x 2) Quadrate. Maschenzahlen, wenn sie nicht durch Musterungen oder exakte Passform unverrückbar vorgegeben sind, können so magisch und wichtig sein wie Farbe und Material.

Inzwischen ist das Strickwerk so weit gediehen, dass ich messen kann: Meine 128 Maschen ergeben eine Breite von 52 cm, was definitiv breit und kuschelig genug ist, und um 52 cm Länge zu erreichen, brauche ich 228 Reihen. Das sind also 128 x 228 = ganz schön viele Maschen pro Quadrat. Ganz schön viel Strickfreude.

Eine Beobachtung, so offensichtlich wie überraschend (wenn man nicht vorher darüber nachdenkt) zeigte sich: Das stranggefärbte Garn ist ja ein Fest der Farbe. So wunderschön sattes Grün in dicken Strähnen, über Maigrün und Zinn über Lavendel und Zwischentöne zu Kupfer. Wenn das dann noch kunstvoll zu einem präsentabel ladenfertigen Zopf geschlungen ist, sieht es einfach nur köstlich aus. Was für ein Farbverlauf! Der würde sich im Schal ja wunderbar machen.  Aber natürlich ist der Witz bei stranggefärbtem Garn, dass der Faden in jeder Runde den kompletten Farbverlauf mitmacht, dass er alle 10 cm die Farbe wechselt und dass es natürlich im Strickwerk eine Farbmischung und kein langsamer Farbverlauf ist. Diese offensichtliche Erkenntnis kommt dann spätestens beim Umspulen vom Strang zum Knäuel. Und im Perlmuster ist es ein zauberhafter Melangeeffekt, es erinnert mich an das schimmernde Gefieder von Staren. Die Garnfarbe heißt übrigens Primavera – wie passend, wenn man dabei an einen Frühsommervogel denkt!

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Primavera und Spätsommersonnenhut

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… und Rosaschimmer von Hortensien

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Perlmusterperlen, und Grüße an die südwärts ziehenden Stare und ihr hübsches Gefieder

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