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Tagundnachtgleiche

sept1sept3 sept2

Wie ein Eichhörnchen, das Nüsse sammelt (und nie auf die Idee käme, das in Frage zu stellen) möchte ich gerade Stricksachen anfangen und Maschen aufnehmen, so viel ich tragen kann. Mützen, Decken, Socken, Stulpen, so viele, wie es Stricknadeln und Nadelstärken gibt. Ein Strickzeug an jeder Ecke, für jede Gelegenheit, in jeden Korb gestopft. Entweder stelle ich diesen Sammeldrang in Frage, oder ich muss mich eichhörnchengleich darauf einstellen im Frühjahr Mengen von angefangenen und vergessenen Walnüssen Wollknäulen zu entdecken.

sept12 sept11 sept10

Die Farben wechseln von strahlenden Sommertönen zu reichen satten Erntefarben vor brüchigem Grau. Garne und Stoffe sind eingemachte Farben. Vorräte für die dunklere Jahreszeit.

sept6 sept5 sept4Ideen für Quilts, Lieseleien, Muster, Häkeleien und Strickwerk liegen wie Blätterhaufen überall, hingekritzelt auf jeden Zettel, der gerade zur Hand war. Eingefangen und konserviert, um vielleicht irgendwann entkorkt und genossen zu werden, wenn der Wind ums Haus heult.

sept7 sept8 sept9Der Sommer darf sich noch ein bisschen zeigen
und die Spitzen vergolden, aber der Herbst kann kommen.

Geschenkbeutel

beutel4Vor ewigen Jahren begegnete mir mal irgendwo die Idee, statt Geschenkpapier selbergenähte Geschenkbeutel zu benutzen. Fand ich klasse, hab ich nie gemacht, hat mich aber so beeindruckt, dass der Gedanke immer und immer wieder auftauchte.

Wie ich nun neulich meine Stoffe Kante auf Kante faltete, fand ich einen beutelgeeigneten Stoff. Ich ließ Stoffe, Stapel und Schnippel wie und wo sie lagen und rannte zur Nähmaschine. Unterwegs griff ich mir nur eben Stoffschere und Nadelkissen und schwupps war der erste Beutel genäht, passend angefertigt für ein Geschenk, das an dem Tag noch eine liebe Freundin bekommen sollte.

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(Nebenbei: Das Geschenkpapier war aus. Ich hatte noch pinselschwingende lachende Häschen oder rotgoldene Rentiere mit Sternen im Schrank, im September, das war alles.)

Zwei Tage später schon der nächste Geburtstag. Und irgendwo zwischendrin der Glücksfund von Stempelbuchstaben. Seit ich mit drei Jahren mal ein Postspiel mit winzigwinzigkleinen Buchstabenstempeln hatte, steh ich auf Stempelbuchstaben.

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Der Witz an diesem Beutel ist, Achtung, dass der Name vom Geburtstagskind mit B anfängt, und wir ihm eine kleine Kompaktausgabe eines Gesellschaftsspiels geschenkt haben. Ich bin selber noch ganz sprachlos über soviel Raffinesse.

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Dieser Beutel war für eine kleine Maus zur Einschulung letzte Woche…

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… und dieser für eine große Maus zum Schulbeginn in der neuen Schule.

beutel1Und bei diesem hier war ich so begeistert vom Inhalt, dass der Beutel beim Fotografieren etwas ins Hintertreffen geriet.

Ich bin gespannt, wie lange mein Elan, Geschenkbeutel zu nähen, wohl anhält. Ich dachte darüber nach, sie auf Vorrat zu machen – aber das Maßschneidern ist so ein i-Tüpfelchen und Spaß dabei! Schaun wir mal. Die September- und Oktoberkinder haben noch gute Chancen. Und bislang hat auch niemand neues Geschenkpapier gekauft…

 

Nadelstärke 2

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Entweder backen oder stricken. Wenn ich mal nicht weiter weiß, auf irgendetwas warte (oder einfach so) hilft backen oder stricken, wobei stricken ja noch spontaner ist, ohne Zutaten suchen und das Ding durchziehen, bis die Backzeit um ist.
(natürlich geht auch nähen, lieseln, häkeln, Marmelade kochen oder mit dem Hund gehen oder so)

Was, wenn man nun ganz dringend stricken möchte, aber nichts aktuelles auf den Nadeln hat, nichts, das man mal-eben-schnell fortsetzen kann? Da griff ich mir neulich doch einfach das kleinste Strickzeug, das ich mir vorstellen kann, ein Knäul Sockenwolle und ein Nadelspiel, zusammen mit der hehren Absicht, jetzt aber doch wirklich mal ein Paar Socken zu stricken.

Meine Nadelwahl war völlig gaga, viel zu dick. Dreieinhalber für vierfädiges Sockengarn. Oha. Zum Glück hab ich eine große Schwester mit großem Nadelsortiment und viel Talent fürs Sockenstricken, und sie drückte mir mitfühlend einen Satz Zweier in die Hand und zeigte mir als Bonus obendrauf noch ein bezauberndes Rippstrukturmuster für das Bündchen. Ich verdrängte alle Gedanken, wie es nach dem Bündchen mit Ferse etc. weitergehen sollte und strickte drauflos. Mit Nadelstärke 2. Hallo?! Ich kenne Stopfnadeln, die dicker sind.

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Es macht überraschend viel Spaß. Mir ist noch keine dieser albernen Nädelchen abgebrochen. Das Set ist noch komplett, wer hätte das gedacht. Das Bündchen bzw. den Schaft stricke ich übrigens so kurz, weil ich Wollsocken immer über anderen Socken trage und es so lieber mag. Und dank meines “Der geniale Sockenworkshop”-Sockenbuchs wagte ich mich sogar ganz allein an die falsche Bumerangferse. Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken, die Ferse doppelt gestrickt zu verstärken, weil die immer als erste durchgelaufen ist. Welch Wahnwitz! Diese Kapriolen spare ich mir bis zum nächsten Paar auf.

♥ ♥

Obstschale…

… und wie sowas zu sowas wird.

Im Frühjahr bekam ich ein sehr inspirierendes Filati-Home-Magazin geschenkt und hätte am liebsten jedes zweite der Projekte nachgestrickt oder gehäkelt. Unter anderem waren in der Ausgabe (Nr. 54) gefilzte Schalen. Wow, dachte ich, ich brauche noch ein Mitbringsel, da bringsel ich doch eine gefilzte Schale mit. Im Wollgeschäft wurde mir klar, dass 600 g Filzwolle doch eher den Wert eines Geschenks zum runden Geburtstags hätten und verwarf den Plan, leicht geknickt. Eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe, kaufte ich natürlich trotzdem ein paar wenige Knäul limonengrünes Filzgarn, wer weiß, wofürs gut ist.

Zuhause fand ich Reste weißen Garns und eine Idee: Ich häkel in meine (ja, die wollte ich dann doch selber haben…) Obstschale einen weißen Stern, dann Runde um Runde Limone. Mit dem Stern sieht es gleich nochmal besser aus als einfarbig, und ich spare grünes Garn. Und wenn ich einen Glasteller in meine Filzschale packe, dann könnte ich sogar Kuchenstücke oder reifes Obst reinlegen.

Der Plan ging auf, der weiße Stern saß hübsch in der Mitte und wurde limonengrün umrundet, bis mir das Garn ausging. Aber ich hatte ja den Zettel vom Knäul und könnte noch einzwei Knäule nachkaufen. Dachte ich. Vor dem  Wollgeschäft stand ich ratlos zwischen Umzugskartons, Bergen von 70er-Jahre-Angebots-Wolle und der Information, dass man umziehe, man leider die Filzwolle schon eingepackt hätte und sich freuen würde, wenn ich in drei Wochen mal im neuen Geschäft vorbeischaue, und wenn ich Glück hätte, wäre dann sogar wieder Filzwolle in Limone da.

Seit dem Frühjahr ruhte also meine ungefilzte kleine sackförmige Schale, wir schmollten beide ein wenig. Irgendwann im Sommer kaufte ich sogar mal halbherzig im Schlussverkauf grüne Filzwolle, von der ich insgeheim wusste, na, so richtig passt die doch nicht (aber wer weiß, wofürs gut ist, und eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe…)

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[Das Maßband zeigt Inchmaße]

Vor zwei Tagen nun schlappte mir unter meinem Arbeitstisch von einem Strickkorb hängend mein beuteliges limonenfarbenes Häkelzeug entgegen, und da hatte ich die Faxen dicke. Wozu ein höherer Rand!? Ja, er sollte so schön hoch und doppelt umgeschlagen werden, aber herrje. Innerhalb von zweieinhalb Sekunden hatte ich das Ding in der Waschmaschine. In der obersten Häkelreihe klaffte eine Lücke, da, wo das Garn ausging, aber das war mir ja so egal. Waschmittel dazu, eine Runde bei 40°, och nöö, das reicht nicht, sah aus wie ein schlappes Ufo, also noch ein Schaumbadründchen bei 60° hinterhergeschoben. Raus aus der Waschtrommel, jubeln, in Form ziehen, trocknen lassen.

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Und ist sie nicht schön geworden, meine spontan gefilzte Obstschale?!

Leider muss sie leer bleiben, sonst sieht man den Stern nicht.

Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Katze dieses perfekte und leere Körbchen entdeckt…

Strickwerk

So, und was war jetzt ganz unten in dem Körbchen?! Noch ein Schal, noch eine Nessie!

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Nessies sind genial. Sie stricken sich quasi von allein.

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Diesmal hab ich Garnreste verwendet – doppelt oder einfach, gerne mit Farbverlauf und immer mit einer gewissen Farbstimmung im Hinterkopf.

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Farben wie ein russisches Blumentuch. Ob das jetzt stimmt oder nicht – es ist ja auch nur meine Vorstellung dieser Farben.

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Besonders gefällt mir die Häkelkante zum Abschluss. Das eine Garn war alle, das nächste schon zur Hand.

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Die Verzierungen sind, wie vorgeschlagen, kleine Strickbälle.

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Diesmal habe ich beide Strickteile verdoppelt, so dass die Nessie eine wunderbare Breite als Schaltuch hat. Kuschelig, anschmiegsam, wollewarm.

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Die Schubkarre ist übrigens diejenige, die man bei uns im Winter und Frühjahr nicht hochheben sollte. Dann steht sie überkopf in der Gartenecke und der Igel wohnt darunter. Wenn es dann warm genug ist für den Umzug ins Sommerquartier oder sonstige Igelgeschäftigkeiten, ist die Schubkarre wieder unser. Meine Familie schloss in diesem Frühjahr mit Kennerblick auf das ins Nest eingearbeitete Schleifenband: Das muss ein Weibchen gewesen sein!

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Frau Igel, wir verstehn uns.

Blumenelfe!

Hier flattert ja noch die Blumenelfe herum! Was letztes Jahr eine Aktion ausschließlich für Mitglieder der Patchworkgilde war, darf inzwischen allen Lieselfreundinnen zugänglich sein. Es ist die Anleitung für einen Miniquilt von 30 x 34 cm, ein kleines Geliesel zwischendurch.

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Hier noch das Kleingedruckte: Der Entwurf ist von mir (© Hilde Klatt) und ich stelle ihn Euch kostenlos als pdf-Datei zur Verfügung. Er ist ausschließlich für private Verwendung.

Ich würde  mich sehr freuen,
wenn Ihr Eure fertige Blumenelfe zeigt!
Viel Spaß damit!

Perlmusterschal

Und dann war da noch …

… der Perlmusterschal!

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Er hat mich kuschelig warm durch den Winter gebracht. Das Musterrezept ist denkbar einfach:

gewünschte Maschenzahl aufnehmen
Perlmuster stricken (rechts – links – rechts – links – …. und in der nächsten Reihe linke und rechte Maschen versetzt, wie die schwarzen und weißen Felder auf einem Schachbrett)
stricken, bis das Knäul leer ist, dann die nächste Farbe beginnen (oder Streifen oder Felder mit konstanter Reihenzahl stricken)

Strickbar sehr nett überall, jederzeit und zu allen Gelegenheiten.

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Mein Perlmusterschal besteht aus vier Strängen Malabrigo Sock Garn.
128 Maschen in der Breite
202 Reihen pro Farbfeld
(völlig irre 103.424 Maschen insgesamt, aber das will besser keiner wissen)

Abketteln und feddisch.

Im Gebrauch längt sich dieser Schal. Eigentlich hatte ich mir ein breiteres Schaltuch erhofft. Trotzdem passt er für alle Lebenslagen. Wenn es kalt ist, kann man ihn mehrmals um den Hals schlingen. Bei Nieselregen hilft eine Lage Perlmusterschal hinten wie eine Kapuze hochgezogen, die perfekte Frisur in Form und trocken zu halten. Auf dem Sofa kann man ihn locker über den Schultern ausbreiten, für eine zusätzliche leichte wohlige Wärmeschicht. Auf Reisen kann er als geschmeidiges Tuch Rumpf und Knie wärmen wie eine handliche Decke. Passt in jede Tasche, jeden Korb.

Sehr empfehlenswert!

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Es blieben kleine Garnreste übrig. Es blieben über die Jahre schon einige kleinere und größere Garnreste übrig. Und die wurden jetzt auch noch in einem wolligen Strickrausch verstrickt – hier ein kleiner Einblick ins Körbchen…

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