Feeds:
Beiträge
Kommentare

Geschenkbeutel

beutel4Vor ewigen Jahren begegnete mir mal irgendwo die Idee, statt Geschenkpapier selbergenähte Geschenkbeutel zu benutzen. Fand ich klasse, hab ich nie gemacht, hat mich aber so beeindruckt, dass der Gedanke immer und immer wieder auftauchte.

Wie ich nun neulich meine Stoffe Kante auf Kante faltete, fand ich einen beutelgeeigneten Stoff. Ich ließ Stoffe, Stapel und Schnippel wie und wo sie lagen und rannte zur Nähmaschine. Unterwegs griff ich mir nur eben Stoffschere und Nadelkissen und schwupps war der erste Beutel genäht, passend angefertigt für ein Geschenk, das an dem Tag noch eine liebe Freundin bekommen sollte.

beutel3

(Nebenbei: Das Geschenkpapier war aus. Ich hatte noch pinselschwingende lachende Häschen oder rotgoldene Rentiere mit Sternen im Schrank, im September, das war alles.)

Zwei Tage später schon der nächste Geburtstag. Und irgendwo zwischendrin der Glücksfund von Stempelbuchstaben. Seit ich mit drei Jahren mal ein Postspiel mit winzigwinzigkleinen Buchstabenstempeln hatte, steh ich auf Stempelbuchstaben.

beutel2

Der Witz an diesem Beutel ist, Achtung, dass der Name vom Geburtstagskind mit B anfängt, und wir ihm eine kleine Kompaktausgabe eines Gesellschaftsspiels geschenkt haben. Ich bin selber noch ganz sprachlos über soviel Raffinesse.

beutel6

Dieser Beutel war für eine kleine Maus zur Einschulung letzte Woche…

beutel7

… und dieser für eine große Maus zum Schulbeginn in der neuen Schule.

beutel1Und bei diesem hier war ich so begeistert vom Inhalt, dass der Beutel beim Fotografieren etwas ins Hintertreffen geriet.

Ich bin gespannt, wie lange mein Elan, Geschenkbeutel zu nähen, wohl anhält. Ich dachte darüber nach, sie auf Vorrat zu machen – aber das Maßschneidern ist so ein i-Tüpfelchen und Spaß dabei! Schaun wir mal. Die September- und Oktoberkinder haben noch gute Chancen. Und bislang hat auch niemand neues Geschenkpapier gekauft…

 

Nadelstärke 2

socke4

Entweder backen oder stricken. Wenn ich mal nicht weiter weiß, auf irgendetwas warte (oder einfach so) hilft backen oder stricken, wobei stricken ja noch spontaner ist, ohne Zutaten suchen und das Ding durchziehen, bis die Backzeit um ist.
(natürlich geht auch nähen, lieseln, häkeln, Marmelade kochen oder mit dem Hund gehen oder so)

Was, wenn man nun ganz dringend stricken möchte, aber nichts aktuelles auf den Nadeln hat, nichts, das man mal-eben-schnell fortsetzen kann? Da griff ich mir neulich doch einfach das kleinste Strickzeug, das ich mir vorstellen kann, ein Knäul Sockenwolle und ein Nadelspiel, zusammen mit der hehren Absicht, jetzt aber doch wirklich mal ein Paar Socken zu stricken.

Meine Nadelwahl war völlig gaga, viel zu dick. Dreieinhalber für vierfädiges Sockengarn. Oha. Zum Glück hab ich eine große Schwester mit großem Nadelsortiment und viel Talent fürs Sockenstricken, und sie drückte mir mitfühlend einen Satz Zweier in die Hand und zeigte mir als Bonus obendrauf noch ein bezauberndes Rippstrukturmuster für das Bündchen. Ich verdrängte alle Gedanken, wie es nach dem Bündchen mit Ferse etc. weitergehen sollte und strickte drauflos. Mit Nadelstärke 2. Hallo?! Ich kenne Stopfnadeln, die dicker sind.

socke1

socke3

socke2

Es macht überraschend viel Spaß. Mir ist noch keine dieser albernen Nädelchen abgebrochen. Das Set ist noch komplett, wer hätte das gedacht. Das Bündchen bzw. den Schaft stricke ich übrigens so kurz, weil ich Wollsocken immer über anderen Socken trage und es so lieber mag. Und dank meines “Der geniale Sockenworkshop”-Sockenbuchs wagte ich mich sogar ganz allein an die falsche Bumerangferse. Einen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken, die Ferse doppelt gestrickt zu verstärken, weil die immer als erste durchgelaufen ist. Welch Wahnwitz! Diese Kapriolen spare ich mir bis zum nächsten Paar auf.

♥ ♥

Obstschale…

… und wie sowas zu sowas wird.

Im Frühjahr bekam ich ein sehr inspirierendes Filati-Home-Magazin geschenkt und hätte am liebsten jedes zweite der Projekte nachgestrickt oder gehäkelt. Unter anderem waren in der Ausgabe (Nr. 54) gefilzte Schalen. Wow, dachte ich, ich brauche noch ein Mitbringsel, da bringsel ich doch eine gefilzte Schale mit. Im Wollgeschäft wurde mir klar, dass 600 g Filzwolle doch eher den Wert eines Geschenks zum runden Geburtstags hätten und verwarf den Plan, leicht geknickt. Eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe, kaufte ich natürlich trotzdem ein paar wenige Knäul limonengrünes Filzgarn, wer weiß, wofürs gut ist.

Zuhause fand ich Reste weißen Garns und eine Idee: Ich häkel in meine (ja, die wollte ich dann doch selber haben…) Obstschale einen weißen Stern, dann Runde um Runde Limone. Mit dem Stern sieht es gleich nochmal besser aus als einfarbig, und ich spare grünes Garn. Und wenn ich einen Glasteller in meine Filzschale packe, dann könnte ich sogar Kuchenstücke oder reifes Obst reinlegen.

Der Plan ging auf, der weiße Stern saß hübsch in der Mitte und wurde limonengrün umrundet, bis mir das Garn ausging. Aber ich hatte ja den Zettel vom Knäul und könnte noch einzwei Knäule nachkaufen. Dachte ich. Vor dem  Wollgeschäft stand ich ratlos zwischen Umzugskartons, Bergen von 70er-Jahre-Angebots-Wolle und der Information, dass man umziehe, man leider die Filzwolle schon eingepackt hätte und sich freuen würde, wenn ich in drei Wochen mal im neuen Geschäft vorbeischaue, und wenn ich Glück hätte, wäre dann sogar wieder Filzwolle in Limone da.

Seit dem Frühjahr ruhte also meine ungefilzte kleine sackförmige Schale, wir schmollten beide ein wenig. Irgendwann im Sommer kaufte ich sogar mal halbherzig im Schlussverkauf grüne Filzwolle, von der ich insgeheim wusste, na, so richtig passt die doch nicht (aber wer weiß, wofürs gut ist, und eh ich mit leeren Taschen aus einem Wollgeschäft gehe…)

schale6

schale5

[Das Maßband zeigt Inchmaße]

Vor zwei Tagen nun schlappte mir unter meinem Arbeitstisch von einem Strickkorb hängend mein beuteliges limonenfarbenes Häkelzeug entgegen, und da hatte ich die Faxen dicke. Wozu ein höherer Rand!? Ja, er sollte so schön hoch und doppelt umgeschlagen werden, aber herrje. Innerhalb von zweieinhalb Sekunden hatte ich das Ding in der Waschmaschine. In der obersten Häkelreihe klaffte eine Lücke, da, wo das Garn ausging, aber das war mir ja so egal. Waschmittel dazu, eine Runde bei 40°, och nöö, das reicht nicht, sah aus wie ein schlappes Ufo, also noch ein Schaumbadründchen bei 60° hinterhergeschoben. Raus aus der Waschtrommel, jubeln, in Form ziehen, trocknen lassen.

schale4

schale1

schale7
schale8

schale3    schale2

Und ist sie nicht schön geworden, meine spontan gefilzte Obstschale?!

Leider muss sie leer bleiben, sonst sieht man den Stern nicht.

Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Katze dieses perfekte und leere Körbchen entdeckt…

Strickwerk

So, und was war jetzt ganz unten in dem Körbchen?! Noch ein Schal, noch eine Nessie!

nessie7

Nessies sind genial. Sie stricken sich quasi von allein.

nessie2

Diesmal hab ich Garnreste verwendet – doppelt oder einfach, gerne mit Farbverlauf und immer mit einer gewissen Farbstimmung im Hinterkopf.

nessie4

Farben wie ein russisches Blumentuch. Ob das jetzt stimmt oder nicht – es ist ja auch nur meine Vorstellung dieser Farben.

nessie3

Besonders gefällt mir die Häkelkante zum Abschluss. Das eine Garn war alle, das nächste schon zur Hand.

nessie1

Die Verzierungen sind, wie vorgeschlagen, kleine Strickbälle.

nessie6

Diesmal habe ich beide Strickteile verdoppelt, so dass die Nessie eine wunderbare Breite als Schaltuch hat. Kuschelig, anschmiegsam, wollewarm.

nessie5

Die Schubkarre ist übrigens diejenige, die man bei uns im Winter und Frühjahr nicht hochheben sollte. Dann steht sie überkopf in der Gartenecke und der Igel wohnt darunter. Wenn es dann warm genug ist für den Umzug ins Sommerquartier oder sonstige Igelgeschäftigkeiten, ist die Schubkarre wieder unser. Meine Familie schloss in diesem Frühjahr mit Kennerblick auf das ins Nest eingearbeitete Schleifenband: Das muss ein Weibchen gewesen sein!

nessie8

Frau Igel, wir verstehn uns.

Blumenelfe!

Hier flattert ja noch die Blumenelfe herum! Was letztes Jahr eine Aktion ausschließlich für Mitglieder der Patchworkgilde war, darf inzwischen allen Lieselfreundinnen zugänglich sein. Es ist die Anleitung für einen Miniquilt von 30 x 34 cm, ein kleines Geliesel zwischendurch.

blumenelfe

Hier noch das Kleingedruckte: Der Entwurf ist von mir (© Hilde Klatt) und ich stelle ihn Euch kostenlos als pdf-Datei zur Verfügung. Er ist ausschließlich für private Verwendung.

Ich würde  mich sehr freuen,
wenn Ihr Eure fertige Blumenelfe zeigt!
Viel Spaß damit!

Perlmusterschal

Und dann war da noch …

… der Perlmusterschal!

perl1

perl2

perl3

perl4

perl5

perl6

perl7

 

Er hat mich kuschelig warm durch den Winter gebracht. Das Musterrezept ist denkbar einfach:

gewünschte Maschenzahl aufnehmen
Perlmuster stricken (rechts – links – rechts – links – …. und in der nächsten Reihe linke und rechte Maschen versetzt, wie die schwarzen und weißen Felder auf einem Schachbrett)
stricken, bis das Knäul leer ist, dann die nächste Farbe beginnen (oder Streifen oder Felder mit konstanter Reihenzahl stricken)

Strickbar sehr nett überall, jederzeit und zu allen Gelegenheiten.

perl10

Mein Perlmusterschal besteht aus vier Strängen Malabrigo Sock Garn.
128 Maschen in der Breite
202 Reihen pro Farbfeld
(völlig irre 103.424 Maschen insgesamt, aber das will besser keiner wissen)

Abketteln und feddisch.

Im Gebrauch längt sich dieser Schal. Eigentlich hatte ich mir ein breiteres Schaltuch erhofft. Trotzdem passt er für alle Lebenslagen. Wenn es kalt ist, kann man ihn mehrmals um den Hals schlingen. Bei Nieselregen hilft eine Lage Perlmusterschal hinten wie eine Kapuze hochgezogen, die perfekte Frisur in Form und trocken zu halten. Auf dem Sofa kann man ihn locker über den Schultern ausbreiten, für eine zusätzliche leichte wohlige Wärmeschicht. Auf Reisen kann er als geschmeidiges Tuch Rumpf und Knie wärmen wie eine handliche Decke. Passt in jede Tasche, jeden Korb.

Sehr empfehlenswert!

perl8 perl9

 

Es blieben kleine Garnreste übrig. Es blieben über die Jahre schon einige kleinere und größere Garnreste übrig. Und die wurden jetzt auch noch in einem wolligen Strickrausch verstrickt – hier ein kleiner Einblick ins Körbchen…

perl11

 

Heute regnet es junge Hunde. Gestern war es nicht ganz so schlimm. Da war es nur kühl und nieselte immer wieder. Und was gibt es da schöneres, als nach Hause zu kommen und von Pfannkuchenduft begrüßt zu werden? Also gab es gestern mittag Pfannkuchen. Und nach der Schule erschnupperte mein Kind das Mittagessen schon auf dem Weg nach Hause und war glücklich! Ab ins Warme und Trockene, und dann Pfannkuchen heiß und frisch gebacken und mit ZimtZucker bestreut….

Ich backe immer gleich einen ganzen Berg davon. Sie sind ungesüßt und können abends kalt (oder aufgewärmt) als Wraps bestückt werden. In einer Zeitschrift fand ich neulich das Rezept für eine Bohnencreme für Wraps: Man nehme ein Glas rote Bohnen und püriere sie nach Belieben mit Olivenöl, Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Zucker, Zitrone, Chili…. Eine wunderbare Creme zum Aufstreichen auf Wraps, und dann – wie wunderbar, wieder nach Belieben! – belegt mit Salat, Tomate, Mais, Lauchzwiebelringlein… einklappen, aufessen, Finger abschlecken, lecker!

Und heute gab es die Pfannkuchenreste als Flädlesuppe – oder Fädlesuppe? Fein streifig geschnittene Pfannkuchen sind nun mal auch Fädchen. In einer Brühe mit Erbsen, Petersilie, Frühlingszwiebel…

Pfannkuchen backen war für mich über die Jahre eine echte Herausforderung, aber inzwischen backe ich sie ganz virtuos. Deshalb teil ich jetzt gerne mal meine Küchengeheimnisse:

Pfannkuchen (vegan)

600 g Mehl mit
1 geh. EL Stärkemehl und
1 kl. TL Salz    vermengen. Mit
1 l Pflanzendrink mit dem Schneebesen verrühren. (Haferdrink ist dabei momentan mein Favorit: Soja-, Mandel-Drink etc verhält sich etwas anders – einfach ausprobieren!)

Diesen Teig lässt man 10 – 15 Minuten ruhen, damit er quellen kann, bevor man ihn nochmal kräftig durchrührt.

Irgendwann hatte ich festgestellt, dass die ersten einzwei Pfannkuchen nicht so schön werden wie die nächsten. Also lasse ich inzwischen einfach die ersten beiden weg. Soll heißen: Ich erhitze meine glatte Edelstahlpfanne (nichts beschichtetes, das kann ganz anders sein!) ein paar Minuten ohne Pfannkuchen, einfach nur die leere Edelstahlpfanne auf der heißen Herdplatte. Und DANN fange ich erst an zu backen. Anfangs kommt ein kleiner TL Sonnenblumenöl in die Pfanne, über den Boden verteilt, und sofort die erste Kelle Teig hinein.

Die Pfannkuchen sind ziemlich dünn. Der flüssige Teig wird komplett verstrichen. Wenn oben drauf noch flüssiger Teig zum nach außen streichen ist, dann wird er noch nach außen gestrichen. (Die Teigmenge pro Pfanne ist natürlich dann wieder Erfahrungssache).

Eigentlich wünsche ich mir so ein Holz-T, wie es die Crepebäcker benutzen. Hab ich aber nicht, und so muss der hölzerne Pfannenschieber herhalten, um den Teig gleichmäßig (nach außen kreisförmig) zu verteilen. Dann ist man geduldig (Herd auf mittlere Hitze gestellt) und wartet, bis der Teig oben nicht mehr glänzt, bis er oberwärts trocken ist. Dann löst man mit einem ganz flachen (“scharfkantigen”) Metallpfannenschieber den Pfannkuchen ringsherum etwas ab und kann ihn ganz einfach umdrehen. Er löst sich wunderbar. Noch kurz die andere Seite bräunen, und weiter geht es mit der nächsten Kelle Teig.

Öl gebe ich nicht mehr dazu. Sie backen wunderbar einfach so.

Ja, und es regnet immer noch. Cats and dogs. Wie schön, wenn man da zwischendrin die Stricknadeln klappern lassen kann! Dies wird ein I-Cord. Wofür auch immer “I” steht. Es ist das gleiche, was mühselig aus einer Strickliesel herausgewurstelt wird. Aber mit zwei (kurzen) Stricknadeln geht es viel besser! Hier sind es vier Maschen, die immer gleich abgestrickt werden: Stricken, Maschen auf der Nadel nach rechts schieben, Faden von links nach rechts führen (er liegt nur hinter den Maschen, nicht zu locker, dann sieht es aus wie rundum gestrickt) und auf der rechten Seite der Nadel wieder die vier Maschen abstricken [auf der Nadel nach rechts schieben, abstricken] x-mal wiederholen und schwupp hat man 8 Meter, wenn man nicht früh genug aufhört.

icord

Das war, bevor ich es feucht in Form gezogen habe. Und momentan kann ich die ganze Angelegenheit nicht fotografieren (es regnet, hab ich das schon erwähnt?) und überhaupt, vorher gibt es noch den fertigen Perlmusterschal zu sehen! Heute an dieser Stelle also nur ein unmögliches Bild und Appetit auf Pfannkuchen…

 

 

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 131 Followern an